Autoreifen EU Label

Das neue Autoreifen-EU-Label
Ähnlich wie Kühlgeräte, Spülmaschinen und Backöfen mit einer Kennzeichnung ihrer Energieeffizienz ausgestattet werden, so soll es nun auch mit Autoreifen mit dem sog. „European Tyre Label“ geschehen. Ab November 2012 müssen alle ab 1. Juli 2012 neu produzierten Reifen über ein solches EU-Label verfügen. Ebenso dürfen Neuwagen ab 2013 ohne diese Kennzeichnung nicht mehr ausgeliefert werden.
Dieses Inkrafttreten soll nicht nur die Sicherheit auf den Straßen erhöhen, sondern vor allem auch schwarze Schafe ausschalten und den Reifenkäufer schützen. Und vielleicht soll auch der Käufer zu einem umweltfreundlicheren Kauf angeregt werden. Die einzigen Kriterien, auf die sich ein Käufer bisher stützen konnte, waren offensichtliche Merkmale wie Profiltiefe, Marke und Bewertungen bzw. Erfahrungen von anderen Käufern.

Die einzelnen Eigenschaften der EU-Reifenkennzeichnung
Reifenlabel der EU - Geräusch, Regen, VerbrauchGeprüft werden müssen nun aber der Kraftstoffverbrauch in Verbindung mit dem Rollwiderstand, die Nasshaftung und der Geräuschpegel der Reifen. Damit stehen auch die Unternehmen in der Pflicht besonders leise, energieeffiziente und gut haftende Reifen zu produzieren. Ein Gewinn also vor allem für den Verbraucher, der nun besser vergleichen kann und ebenso ein Gewinn für die Umwelt.
Da der Verbraucher die Klassen und die Darstellung bei Haushaltsgeräten bereits kennt, wird auch hier mit 7 Klassen und Großbuchstaben von A (grün) bis G (rot) gearbeitet.

Rollwiederstand / Verbrauch (Symbol: Reifen mit einer Tanksäule): Ein Reifen mit Klasse A und somit dem höchsten Wert hat somit einen geringeren Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß als ein Reifen der Klasse G. In Zahlen bedeutet dies einen Unterscheid von 6,5% weniger Verbrauch. Auf 100 Kilometern sind das in etwa 0,1 Liter Kraftstoff. Hierbei ist nicht die eigene Einsparung der eigentliche Nutzen, sondern die Gesamtheit aller Fahrzeuge macht hier den Groß aus.

Nasshaftung (Symbol: Reifen mit einer Regenwolke): Hier variieren die Klassen von A bis F, wobei A der kürzeste und F der längste Bremsweg ist. Alle getesteten Reifen bekommen dieselben Voraussetzungen und müssen auf 0,5 bis 1,5mm Wasser zum Stehen kommen. Auch hier lässt sich ein Bremswegunterschied von etwa 18 Metern bei einer 80km/h-Fahrt berechnen. Ein echter Zugewinn für die Sicherheit – vorausgesetzt ich kaufen den richtigen Reifen.

Lärm (Symbol: Reifen mit einem Lautsprecher): ein spezielles Gerät misst den Lärmpegel beim Vorbeifahren und kategorisiert den Reifen somit anhand der angezeigten Balken auf dem Messgerät. Dabei gilt: Jede Dauerbeschallung über 80 Dezibel kann dem menschlichen Gehör Schaden zufügen.

Kritik
Nicht klassifiziert sind bisher jedoch Winterreifen. Allerdings berät die EU-Kommission bereits über diesen Spezialfall. Auch gibt es weitere Kategorien, die entscheidend sind, aber auf dem Label nicht aufgeführt werden, wie etwa die Lebensdauer der Reifen, Fahrstabilität oder ähnliches. Der Käufer sollte sich also auch hier nicht 100% auf den Reifen verlassen, selbst wenn er in allen auf dem Label genannten Bereichen Bestnoten erzielt hat.

ADAC Reifentest
Von daher gilt nach wie vor: Ein Blick auf die aktuellen ADAC Reifentests ist immer lohnenswert!

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